Straßenbahn Auf den Spuren einer der ältesten Straßenbahnen Lateinamerikas

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Havanna war 1862, drei Jahre vor Berlin, die zweite Stadt Lateinamerikas mit einer Straßenbahnverbindung. Mittlerweile mussten dem Busverkehr weichen. Viele der Bewohner vermissen dieses Verkehrsmittel heute.

Die erste Straßenbahn Havannas wurde am 1. Juni 1862 vom damaligen spanischen Generalkapitän Francisco Serrano eingeweiht. Die erste Linie fuhr durch das Stadtviertel El Cerro mit Jesús del Monte und El Vedado. Genau genommen war die erste Straßenbahn eine Pferdekutsche, die auf Schienen fuhr. Die Pferde hatten laute Glocken, die den Passanten ihre Ankunft ankündigte.

1873 wurden die Straßenbahnlinien von Havanna, um mehr Stadtviertel abzudecken, erweitert. Diese tierbetriebenen Straßenbahnen wurden in einigen Fällen durch kleine Dampfmaschinen ersetzt. Das war jedoch nur von kurzer Dauer – bereits zu Beginn des Jahrhunderts wurden sie durch elektrische Straßenbahnen ersetzt.

Die erste elektrische Straßenbahnlinie war nur 4 km lang und verband die Städte Guanabacoa und Regla auf der anderen Seite der Bucht von Havanna. Die Linie wurde 1900 während der militärischen Besetzung der Insel durch die USA eingeweiht.

Die offizielle Einweihung Havannas elektrischer Straßenbahn fand im Jahr 1901 statt. Damals verfügte die Eisenbahngesellschaft von Havanna über Eisenbahnlinien, die die wichtigsten Punkte der Stadt miteinander verbunden. Außerdem verfügte sie, um ihren Dienst gewährleisten zu können, über ein eigenes Elektrizitätswerk. Schon damals war Havanna eine Stadt mit 240.000 Einwohnern und die öffentlichen Verkehrsmittel waren schlicht unzureichend.

Nach und nach deckten die neuen Linien die ganze Stadt ab. Havannas Erscheinungsbild wurde durch die mit der Straßenbahn verbundenen Bauten sichtbar geprägt. Die Straßenbahn war viele Jahre lang das Hauptverkehrsmittel der Stadt. Teils richtete sich sogar der Bau von neuen Gebäuden an den Verlauf der Tram. Dies kann man auch heute noch sehen – in den Straßen findet man noch so manche Spur unter den abgenutzten Bürgersteigen.

Mit dem Beginn des Autoverkehrs, sowie der Personenbeförderung durch motorisierte Busse, wurde die Straßenbahn nicht mehr genutzt. Zum Teil verkomplizierte das Erscheinungsbild der Stadt, das sich durch enge Gassen auszeichnet, den Betrieb der Straßenbahn neben den auf den Straßen umher fahrenden Autos und Bussen. Havannas letzte Straßenbahn fuhr am Dienstag, dem 29. April 1952.

Der Straßenbahnpersonenverkehr wurde in Kuba auch in anderen Städten wie Matanzas, Cardenas, Cienfuegos, Camagüey und Santiago de Cuba (1907 eingeweiht und 1951 in den Ruhestand versetzt) genutzt.

Selbst einige Havaneser erinnern sich sehnsüchtig an die Straßenbahn. Es war ein saubereres und komfortableres Transportmittel als die Busse. Abgesehen davon war es einfach ein Erlebnis für sich. Die Stadt bewahrt jedoch erfolgreich die Spuren dieser Vergangenheit, z.B. durch alte Terminals und Schienen in den Straßen.

Es gibt Projekte zur Wiederaufnahme der Straßenbahn in Städten wie Santiago de Cuba und Matanzas. Jedoch muss man sagen, dass es inzwischen mehr als 60 Jahre her ist, dass eine Straßenbahn in den Straßen Kubas gefahren ist. Das der Straßenbahn am ähnlichsten Verkehrsmittel, das man in Kuba finden kann, ist der elektrische Zug, der die Stadt Casablanca mit der Stadt Hershey verbindet.

Diese Linie wurde von einem berühmten amerikanischen Schokoladenhersteller gegründet, um die Bevölkerung seiner Zuckermühle mit dem Hafen von Havanna zu verbinden. Die Linie wurde aufrechterhalten und dank der Unterstützung der spanischen Regierung in den 1990er Jahren wiederhergestellt. Heutzutage kann man mit dem sogenannten “Hershey-Zug” von der anderen Seite der Bucht zu der von Havanna 60 Kilometer entfernten Stadt fahren.

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