Manuel Char Robaina

Fahrer eines Generationen-Oldtimer

Ein Oldtimerfahrer sitzt in seinem Oldtimer in Havanna, Kuba

Manuel Char Robaina, 45 Jahre

“Ich erbte mein Auto von meinem Vater, welcher dieses von meinem Großvater geerbt hat.”

Mein Vater war Busfahrer. Von ihm habe ich viele Dinge geerbt, darunter auch die Leidenschaft für Autos und das Autofahren. Meine Mutter war eine Ladenbesitzerin in Alt-Havanna, dem Ort, an dem ich geboren wurde. Mein Vater stammte aus Jatibonico, einem kleinen Dorf in der Provinz Ciego de Avila. Er kam auf der Suche nach einer besseren Zukunftsperspektive nach Havanna. Hier lernte er meine Mutter kennen, sie heirateten und ich wurde geboren. Meine Kindheit war voller Liebe und glücklichen Momenten, die wir als Familie erlebten. Ich hatte das Glück, alle meine geliebten Menschen so nah bei mir zu haben. Wir waren eine schöne Familie.

Als ich ein Teenager war, zogen wir nach San Miguel del Padrón, einer Gemeinde am Stadtrand von Havanna. Zu dieser Zeit war es nicht legal, Immobilien in  Kuba zu kaufen oder zu verkaufen. So etwas wie Privateigentum gab es einfach nicht. Umziehen hieß also eigentlich tauschen. Der Tausch bestand im Grunde genommen darin, ein Haus gegen ein anderes zu tauschen. Dabei war kein Geld im Spiel. Wer tauschen wollte veröffentlichte dies früher in den Kleinanzeigen der Zeitungen.

Eines Tages fand meine Mutter in der Zeitung eine Person, die daran interessiert war, ihr Haus in San Miguel gegen eines in Alt-Havanna zu tauschen. Sie zögerte nicht und kontaktierte den Anzeigensteller. Meine Eltern waren auf der Suche nach mehr Platz und einer gesünderen Umgebung. Außerdem wollten wir näher am Wohnsitz meiner Großeltern leben. In San Miguel hatten wir eine Farm, und mein Vater hatte sogar ein Pferd. Leider wurde dieses eines Tages von Dieben getötet, um das Fleisch zu erhalten. Dies passierte während der Wirtschaftskrise, die kurz nach dem Fall der Berliner Mauer in  Kuba ausbrach. Kuba befand sich in großer Not. Damals betrachtete ich die Pferde mit großer Bewunderung. Ich bewunderte sie so sehr, dass ich davon träumte, Jockey zu werden. Ein Traum, den ich mir irgendwann einmal erfüllen werde.

Schließlich wurde ich Facharbeiter für das Straßenbauwesen und begann schon sehr früh zu arbeiten.  Als ich 25 Jahre alt war, verstarb mein Vater unddie wirtschaftliche Situation meiner Familie wurde kompliziert. Als ich also das Auto meines Vaters erbte, beschloss ich, dieses als Lebensgrundlage zu nutzen. Mein Vater hatte es, nachdem er es von meinem Großvater geerbt hatte, jahrelang in der Garage aufbewahrt. Ich restaurierte das Auto und fing an es als Taxi zu nutzen.

Als Taxifahrer habe ich mich auf die Arbeit mit ausländischen Reisenden spezialisiert und ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich meine Arbeit liebe. Ich fahre gerne Auto und genieße es, Besucher durch Kuba zu fahren und ihnen mein Land zu zeigen. Außerdem ging es meiner Familie und mir ökonomisch noch nie so gut wie jetzt. Ich kann mich über mein Leben nicht beklagen. Ich habe eine Arbeit die mir gefällt, ein Haus und eine Familie. Mein Sohn ist vor fünf Jahren in die USA ausgewandert. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Mein Wunsch ist es, ihn bald wieder zu treffen.

Erhaltet Inspiration für Eure Kuba Reise

kostenlos & unverbindlich per E-Mail

kostenlos & unverbindlich per E-Mail